von Natur aus liebevoll
von Natur aus liebevoll

In einer Welt, deren System auf Angst, Misstrauen, Neid, Elend, Ausbeutung und Krieg basiert, sehnen sich die Menschen vermehrt nach Frieden. Dass der oft zum Einsatz kommende Spruch »Wo ein Wille ist, (da) ist auch ein Weg« allein nicht zum Ziel führt, sollte inzwischen jedem klar sein. Immerhin wollen ihn wirklich viele Menschen haben – Den Frieden. Menschen, die nachhaltig von einer Krankheit geheilt werden wollen, sind jedenfalls gut beraten, wenn auch die Ursache für die Krankheit erkannt wird. Was aber geschieht, wenn lediglich die Symptome bekämpft werden, entsprechende Auslöser jedoch unerkannt bleiben, zeigen vor allem die chronischen Krankheiten unserer Gesellschaft.

Dass es neben dem Willen also auch ein Verständnis für Ursachen benötigt, wussten auch Sigmund Freund, Wilhelm Reich und Alfred Adler. Und so stießen sie bei ihrer Arbeit sowohl auf die tiefsten Abgründe der Menschheit, fanden aber im Gegenzug auch heraus, dass diese nicht unserer liebevollen Natur entsprechen, sondern künstlicher Art und somit heilbar sind. Nachdem Freud aber durch seine Therapiemethoden erfolgreich sexuelle Missbrauchsopfer aus der Wiener Oberschicht therapierte, wurde er massiv unter Druck gesetzt. Obwohl, oder gerade weil seine in der Entwicklung befindlichen Therapien nicht nur Symptome, sondern eben auch die Ursachen heilten und auflösten, zwangen ihn die einflussreichen Herrschaften dazu, seine Erkenntnisse vollständig zurückzuziehen. Freud muss unter großem Druck gestanden haben und folgte der Erpressung schließlich. Seinen Nobelpreis erhielt er dann demütigender Weise für das Widerlegen bzw. totale Umkehren seiner eigentlich wahren Erkenntnisse.

 

Alfred Adler, war neben Wilhelm Reich ein weiterer Schüler Sigmund Freuds, der sich nach dessen absoluter Kehrtwende ebenfalls von ihm abwendete. Aus Adlers Forschungen, die genauso wie Reichs Erkenntnisse, auf den ursprünglichen Lehren Freuds basierten, ging schließlich folgende, für den Menschen mehr als erfreuliche Erkenntnis hervor:

„Der Mensch ist von Natur aus liebevoll.“

Wilhelm Reichs Erkenntnisse decken sich wiederum mit den Forschungsergebnissen von Adler. Für seine überaus erfolgreiche, ganzheitliche  Therapiemethode der körperbetonten Psychoanalyse, wurde Reich massiv bekämpft und öffentlich von der selben Oberschicht diffamiert, die bereits Freud unter Druck gesetzt hatte. Reich, der durch seine positive Praxiserfahrung jedoch überzeugt von seinen Therapieformen war, ließ sich nicht beirren.

Dass nun also ausgerechnet jene Therapeuten diffamiert bzw. ignoriert wurden und werden, die derart positive Nachrichten zu verkünden haben und deren Therapien zur Ursachenerkennung und Auflösung führen, ist durchaus auffällig.

So wird der Mensch noch immer mit falschen Glaubenssätzen irregeführt, die ihm eintrichtern sollen, dass er im Ursprung böse sei. Wenn man ehrlich ist, erinnert dieses Vorgehen an die Zeit der Ablassbriefe, in der sich der Mensch von seiner „Erbsünde“ freikaufen sollte.

Wo kämen von den „Massen“ abhänge Institutionen und Personen nur hin, wenn der Mensch sich seiner liebevollen Natur bewusst würde und dadurch seine unterbewussten Wunden ergründen bzw heilen, als auch sein Leben entsprechend neu gestalten könnte?

Ja, die „Eliten“ sind abhängig vom Mehrwert, der durch die Fremdleistung der Arbeiter(-Massen) erbracht wird. So existieren gerade aus dieser Abhängigkeit heraus enorme Verlustängste in der sog. Oberschicht. Diese Ängste haben zur Folge, dass der Arbeitende systematisch im Irrglauben über sich selbst gehalten wird, damit auch weiterhin für Nachschub, Wohlstand und bisweilen hemmungslosen Wucher für die Elite gesorgt ist – Moderne Sklavenhaltung eben.

Schriften, die diesen Irrglauben vermeintlich untermauern, kommen da selbstverständlich gelegen. Gustave Le Bons „Psychologie der Massen“ ist deshalb nur ein Beispiel für die andauernde psychologische Unterdrückung der Massen durch Fehlinformation. So wird uns anhand dieses Buches eingegeben, dass die sog. „Masse“ die Führung einer Elite zwingend benötige, weil sie aus diversen Gründen nicht in der Lage sei, sich selbst zu führen. Uns wird in solchen Schriften also nicht nur die dringend nötige, zwischenmenschliche Verantwortung abgesprochen, sondern auch das Naturrecht auf Selbstbestimmung.

Es ist aber äußerst wichtig zu wissen, dass die fehlinstrumentalisierten Aussagen, die in „Psychologie der Massen“ getroffen werden, bereits seit Aristoteles widerlegt sind. Dies geht deutlich aus einer Einführung von Peter R. Hofstätter hervor. Darüberhinaus beschreibt er gekonnt die sog. „Problemlöse-Finde-Wahrscheinlichkeit“, die gerade in der Vielfalt wesentlich höher ist, als innerhalb isolierter Eliten.

Zur Verdeutlichung seiner Thesen zitiert Hofstätter Aristoteles:

„Obwohl kein einzelner (die Wahrheit) angemessen zu erreichen vermag, können wir doch nicht alle (gemeint sind die Massen) dabei versagen; jeder stellt seine Behauptung auf über die Natur, und als einzelner Trägt er nichts oder nur wenig zur Erkenntnis bei, aber aus der Vereinigung aller resultiert etwas Großes an Wissen. Daher beurteilen ja auch die Vielen die Werke von Musikern und Dichtern am besten, nämlich der eine diese, der andere jene Seite an denselben, alle zusammen aber das Ganze.“

Auch Machiavelli war sich der Vorteile, die die Bevölkerung gegenüber der Obrigkeit hat, durchaus bewusst. So sagte er:

„Das Volk ist klüger und beständiger und von richtigerem Urteil als ein Fürst.“ & „Die öffentliche Meinung prophezeit so wunderbar richtig, als sähe sie vermöge einer verborgenen Kraft ihr Wohl und voraus.“

Was Aristoteles und Machiavelli hierdurch klar verdeutlichen ist nicht nur, dass die Menschen durchaus in der Lage sind sich selbst zu bestimmen, sondern sie in ihrer Eigenschaft der Vielfältigkeit sogar den sog. „Eliten“ haushoch überlegen sind.  Die „Obrigkeit“ ist sogar maßgeblich vom Wohlwollen ihnen gegenüber bzw. von der Unterdrückung und Unwissenheit der Massen abhängig. So agieren sie in ihrer Angst komplett entfremdetet, und unter lebensfeindlichen Wertvorstellungen, die auch ihnen selbst keine Plattform für eine liebenswerte Entwicklung bieten.

Es verwundert uns also nicht, dass auch der eigene Nachwuchs der „Eliten“ entsprechend angsterfüllt erzogen wird. Auf die methodische Unterdrückung durch Angst und Missbrauch, stieß eben auch Freud bei der Behandlung unzähliger betroffener Frauen der Wiener Oberschicht, die unter schrecklichen Symptomen unterdrückter Lebensenergie und Liebe litten.

Dass es zur Unterdrückung anderer Menschen einen gewissen Grad an Empathiefreiheit benötigt, muss an dieser Stelle nicht erwähnt werden. Mit bedingungsloser Liebe werden und wurden die Unterdrücker jedenfalls nie erzogen. Jener Mangel an Liebe bzw. Anerkennung, nach dem sich jedes Kind von Natur aus sehnt, löst bei den Betroffnen schmerzliche Ängste aus, die sich später und in unterdrücktem Zustand zu Wut, Missgunst, Neid und auch Hass entwickeln – So werden aus Opfern, die sich ursprünglich nach Liebe sehnen, die verbitterten Täter der Zukunft geschaffen. Diese Konditionierung durch Angst funktioniert sowohl im kleinen, familiären Bereich, als auch größeren in Strukturen von Firmen, Konzernen und ganzen Bevölkerungen. Die sog. „Ellenbogengesellschaft“ ist nur ein Symptom, das durch angstgeprägte bzw. lieblose Umgangsformen entsteht.

Ein auf Empathie und Respekt basiertes Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Bevölkerungen wird durch das Beschriebene vorgehen nicht nur erschwert, sondern zuweilen unmöglich gemacht. Das Gemeinschaftsgefühl ist zur Lösung der drei von Adler genannten Lebensaufgaben Arbeit – Liebe – Gemeinschaft jedoch von zentraler Bedeutung. Im wachsenden Gemeinschaftsgefühl und mitmenschlicher Verbundenheit sah Adler die Wurzel zur Förderung der Gesamtheit und zur Verhinderung von vom Menschen gemachten Katastrophen. Gerade letztere Katastrophen dienen, wie wir wissen, niemals der Gesamtheit und letztlich auch keinem Individuum. Das Gemeinschaftsgefühl bildet aber laut Adler den Grundpfeiler der Individualpsychologie. Diese kann gerade in Kombination mit der körperbetonten Psychotherapie enorme Erfolge beim Patienten erzielen. Eben weil hierbei Ursachen erkannt, angesehen und geheilt können.

Das Gemeinschaftsgefühl hat seinen Ursprung übrigens in der frühen Beziehung zwischen Mutter und Kind. Es wird in den ersten Lebensjahren geprägt und wird zum unbewussten, relativ konstanten Persönlichkeitsanteil. Wenn man sich diesen Fakt verinnerlicht, lohnt es sich diesbezüglich die aktuellen Entwicklungen unserer westlichen Gesellschaft genauer unter die Lupe zu nehmen:

War es bis vor einigen Jahren noch üblich, dass Kinder erst ab dem dritten Lebensjahr einen Kindergarten besuchten, so müssen sich Mütter heute fast schief ansehen lassen, wenn man vor der Geburt des Nachwuchses keinen Krippenplatz gesucht hat.

Mütterzentren, die in den 1990er Jahren noch von Städten und Kommunen finanziert wurden und in denen Mütter in Gemeinschaftsarbeit ihre Kinder begleiteten, sowie sich gegenseitig austauschen und helfen konnten, wurden entweder zur Eröffnung interner Krippen gezwungen, oder andernfalls geschlossen – Fördergelder wurden systematisch gekürzt und gestrichen.

Und selbst die natürlichste Verbindung, die es nach der Geburt zwischen Mutter und Kind gibt – Das Stillen nämlich – wird den Müttern in den Kliniken inzwischen wieder erschwert.

Ein Schelm, wer gerade im Gesamtkontext Böses dabei denkt…

 

Werden wir uns nun aber bewusst darüber, dass unser Ursprung weder Angst noch Bosheit ist. Angst ist lediglich ein Mangel an Liebe. Ganzheitliche Therapieformen und vor allem die Liebe könnten die Angst also heilen. Wir erkennen das Truggebäude, welches uns sowohl vom inneren, als auch vom weltweiten Frieden abhalten soll. Es ist eine künstliche Welt, die das „Verstehen“ bzw. „Fühlen“ einschränkt und das Leben in seiner natürlichen Form unterdrückt. Ein System, das aufgrund seiner Lebensfeindlichkeit und Unnatürlichkeit zum Scheitern verurteilt ist, während unsere Natur das Leben selbst ist. Zu wissen, dass unser natürlicher Ursprung die Liebe ist und die weltweiten Symptome ihre Ursache in Liebesentzug haben, stellt uns vor ganz neue Möglichkeiten der Heilung.

Die freudige Botschaft, die uns Alfred Adler mit auf den Weg gibt und die wir uns spätestens ab dem heutigen Tage immer wieder ins Gedächtnis rufen dürfen lautet:

„Der Mensch ist von Natur aus nicht böse. Was auch ein Mensch an Verfehlungen begangen haben mag, verführt durch seine irrtümliche Meinung vom Leben, es braucht ihn nicht zu bedrücken; er kann sich ändern. Er ist frei, glücklich zu sein und andere zu erfreuen.“

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Quellen:Psychologie der Massen. Mit e. Einf. von Peter R. Hofstätter. [Autoris. Übers. von Rudolf Eisler. Bearb. von Rudolf Marx] / Kröners Taschenausgabe ; Bd. 9. ISBN 3-520-09915-2ErkenntnisseFreud und Reich:
http://www.berndsenf.de/MenuWilhelmReich.htmIndiviudalpsychologie
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Individualpsychologie

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