lentil
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Auf meiner Reise durch Australien, war ich natürlich auf der Suche nach vegangen Restaurants und Essensmöglichkeiten. Hierbei bin ich auf ein ganz besonderes Projekt gestoßen, das ich euch im Folgenden gerne näher vorstellen möchte.

Das „Lentil as anything“ (übersetzt wohl so viel wie „Linse, wie alles“, oder auch „Alles Linse“) ist eine einzigartige, Non-Profit-Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat gehaltvolles, leckeres, nachhaltiges Essen für alle Menschen anzubieten. Zum ersten mal hörte ich von diesem Projekt, als ich einige Wochen in Melbourne verbracht habe. Eine Mitbewohnerin im Sharehouse schwärmte davon, weil ihr Geld während ihrer Zeit als Backpacker etwas knapp geworden war.

Das Prinzip der Organisation ist denkbar einfach: Jeder bezahlt so viel er kann, die verwendeten Lebensmittel kommen häufig von Supermärkten und wurden bereits aussortiert, die Mitarbeiter arbeiten gegen Verpflegung und alle Gerichte sind komplett vegan. Wer also mehr Geld hat, gibt auch mehr. Wer kein Geld hat, kann theoretisch kostenlos essen. Das musste ich mir natürlich persönlich ansehen! Gemeinsam mit meinem Freund fuhr ich also nach St. Kilda (ca. 20 Minuten mit der Tram von Melbourne entfernt), um im „Lentil as anything“ die Speisekarte auszuprobieren. Neben Vorspeisen, Salaten und Burgern, gab es auch ein „Dal of the Day“ – ein köstliches Linsengericht aus Indien, für welches ich mich entschied. Außerdem bestellten wir einen Burger. Während wir dem Koch in der Mitte des Raumes dabei zusehen konnte, wie er unsere Bestellungen zubereitete, konnten wir indischer Musik lauschen und die Atmosphäre genießen. Weil fast alle Speisen frisch zubereitet werden und das Restaurant an diesem Tag sehr gut besucht war, warteten wir ca. 15 Minuten, die sich wirklich gelohnt haben. Das Essen war köstlich und sehr hübsch angerichtet. Uns wurde außerdem auch Wasser serviert – ganz selbstverständlich, ohne Bitten.

Während wir aßen fiel mir auf, dass wir von ganz unterschiedlichen Menschen umgeben waren:  Neben uns der Banker, der sichtlich die Auszeit vom Berufsalltag genoss. Auch ein paar Backpacker erfreuten sich am Nebentisch über ihre köstlichen Burger. Eine Mutter teilte ihr Dal mit ihrem älteren Sohn und stillte ihr Baby im Anschluss. Und ganz hinten in der Ecke saß ein Mann, der eher einen ärmlichen Eindruck erweckte – sicherlich dankbar über seine preiswerte Speise. Nach dem Essen stellte sich mir die Frage, wie wir denn bezahlen sollten. Zuerst studierte ich eine kleine Karte, die Auskunft über die durchschnittlichen Kosten eines Gerichts lieferte. Da ich bereits Wucherpreise aus Australien gewohnt war und in den letzten Wochen viel Geld für nicht all zu nahhaftes Essen ausgegeben hatte, war ich von den fairen Preisaufschlüsselungen sehr begeistert. Das Geld durften wir beim Verlassen des Restaurants in eine sog. „Magicbox“ werfen, eine Holzbox mit Schlitz. Ich liebe Unkonventionelles! Sowohl mit dem Service, als auch mit dem Essen war ich wunschlos zufrieden.

Wenn ihr mehr über das „Lentil as anything“ erfahren möchtet, dann schaut doch einmal auf die folgende Homepage:

http://lentilasanything.com/

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