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»Gibt mir die Macht, Fieber zu erzeugen und ich heile jede Krankheit!«
– das sagte Parmenides, ein bedeutender Arzt des Altertums.
Was ist mit diesem Satz gemeint? Ist denn Fieber allein eine Krankheit?

Eine Krankengeschichte

Eine besorgte Mutter kommt mit ihrem fünfjährigen Sohn, der seit dem Vorabend hoch fiebert, zum ersten Mal in die Praxis. Der Junge ist schon seit mehreren Tagen ungewöhnlich unleidlich gewesen und hat viel geschlafen. Am vergangen Nachmittag klagte er über Bauchweh, hatte jedoch weder Durchfall noch Erbrechen. Am Abend trat plötzlich hohes Fieber auf. Er legte sich ins Bett und bat, in Ruhe gelassen zu werden. Am späten Abend schwitzte er stark; als die Mutter ihn abtrocknen wollte, wehrte er dies ab. In der Nacht war er sehr unruhig. Die Untersuchung ergab außer einem etwas geröteten Rachen keinen Hinweis auf eine Krankheit, mit 29,5 °C war das Fieber jedoch sehr hoch. So hoch und so plötzlich wie am Vorabend hatte der Junge noch nie gefiebert.

So plötzlich, wie es der Mutter schien, war die Erkrankung jedoch nicht aufgetreten. Das Kind hatte sich schon einige Zeit vorher sichtlich nicht wohlgefühlt. Es hatte in den letzten Monaten mehrfach Fieberzäpfchen und Antibiotika erhalten. Der Fieberschub kam also nicht aus heiterem Himmel. Die Untersuchung hatte jetzt eine schwerwiegende Erkrankung ausgeschlossen. Offenbar versuchte der Organismus des Kindes, sich selbst gegen einen eingedrungenen Krankheitserreger zur Wehr zu setzen.

Wisse: Fieber wird nie vom Erreger erzeugt, sondern immer vom Organismus: Es hilft, Viren und Bakterien abzutöten. Deshalb ist es für die Heilung wenig hilfreich, Fieber zu unterdrücken.

Die Symptome des Jungen zeigten, dass das homöopathische Mittel Belladonna hier die Heilung unterstützen würde. Das Fieber hielt noch den Tag über an, in der Nacht schwitze er stark, am nächsten Tag war die Temperatur auf 38,5 °C gesunken. Eine Woche später wurde eine Symbioselenkung verordnet sowie ein homöopathischer Schwefel (Sulfur) in hoher Potenz, um die Auswirkungen der vielen Fieberzäpfchen und Antibiotika auszugleichen. Erst ein Dreivierteljahr später kam das Kind mit leichtem Husten wieder. Die Mutter erzählte, dass – im Gegensatz zu früher – im Winter keine Infekte aufgetreten seien, die unerklärliche Gereiztheit nach der Krankheit wie verflogen gewesen sei und der Junge in seiner Gesamtentwicklung einen Sprung gemacht habe.

Chance zur Selbstheilung

Die Krankengeschichte macht deutlich, wie groß die Heilkraft des Fieber ist und dass sich die Störung des inneren Gleichgewichts durch seelische Verstimmung und wiederkehrende Infekte über längere Zeit ankündigt. Dass dieses Kind nach dem Fieber gesünder war als zuvor, beweist, wie wichtig es ist, den Organismus aus eigener Kraft zur Stabilität zurückfinden zu lassen.

Fieber fördert die Bildung körpereigener Abwehrstoffe. Temperaturen ab 38,5 °C sind hochwirksam in der Abwehr Viral und bakteriell bedingter Erkrankungen.

Fieber allein ist nie eine Lebensbedrohung! Fieber erzeugt der Organismus selbst, ums sich zu schützen. Wir sollten deshalb das Fieber in der Regel sogar durch sinnvolle Maßnahmen unterstützen.

Nur wenn durch hohes Fieber Trinkschwäche und Unruhe, oder Verwirrtheit auftreten, müssen wir Gegenmaßnahmen ergreifen, zum Beispiel Wadenwickel oder – hochwirksam – mit Einläufen.

Fieberkrämpfe im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren werden durch fiebersenkende Medikamente nicht verhindert! Dies ist wissenschaftlich bewiesen. Ist Ihr Kind betroffen, muss die Behandlung und Vorsorge mit dem Arzt abgestimmt erfolgen. Fieberkrämpfe wirken dramatisch, hinterlassen im Normalfall aber keine Schäden!

Bettruhe ist wichtig

Konsequente Bettruhe in akuten und chronischen Situationen lässt sowohl die Medikamente als auch die Selbstheilungskräfte voll zur Entfaltung kommen. Fieber schafft in der Regel ein natürliches Ruhebedürfnis.

Seiten 38 & 39 des Buches“Kinderkrankheiten natürlich Behandeln“ ISBN 978-3-8338-3795-1

Bildrechte: Fotolia

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