Analyse
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Medienanalyse zum SPIEGELARTIKEL „Die Ukraine ist ein wildes Land geworden“, zu finden unter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/wiktor-janukowytsch-schaltet-sich-in-den-ukraine-konflikt-ein-a-1135705.html

Folgend zitiere ich einzelne Passagen aus dem Artikel und gehe im Anschluss näher auf diese ein:

„Eigentlich ist er seit dem Aufstand auf dem Maidan-Platz in Kiew vor drei Jahren abgetaucht, aber jetzt macht Wiktor Janukowytsch wieder auf sich aufmerksam. Am Dienstagabend präsentierte der frühere Präsident der Ukraine in Moskau ein neunseitiges Schreiben an die Staatsführer der USA, Russlands, Deutschlands, Frankreichs und Polens. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und „Präsident Frank-Walter Steinmeier“ bekommen den Brief – obwohl Steinmeier ja noch gar nicht als Staatsoberhaupt amtiert.“

Anmerkung:
Steinmeier soll also nicht informiert werden, weil er noch nicht im Amt ist? Aber dem aktuellen Präsidenten der USA gab man bereits vor Amtsantritt die Schuld am Versagen anderer?

Bis heute ist nicht geklärt, wer die Heckenschützen auf dem Maidan waren. Fakt ist, dass jene Scharfschützen am 20.02.2014 nicht nur Demonstranten aus der Zivilbevölkerung erschossen haben, sondern auch Polizisten, die Janukowytsch zu seinem eigenen Schutz aufgestellt hatte. Und obwohl es keine Beweise gab und gibt, wer hinter den Heckenschützen steckt, die vor 3 Jahren ein unfassbares Massaker anrichteten und maßgeblich zum Sturz des damaligen Präsidenten (den Ukraine Krieg) verantwortlich sind, wird nicht ermittelt… Ganz im Gegenteil. Innerhalb kürzester Zeit nach dem Massaker wurde Russland in unseren Medien und ohne jegliche Beweise für dieses Verbrechen Schuldig gesprochen. So eine Verleumdung ist medientechnisch nicht nur komplett umprofessionell, sondern sogar höchst gefährlich.

Dass in Anbetracht dieser Tatsachen geschrieben wird Janukowytsch sei „abgetaucht“ verzerrt das Bild auf die Fakten noch mehr und lässt Janukowytsch absichtlich wie einen Feigling dastehen. Noch nicht verstanden? Hätte sich Obama wie Janukowytsch verhalten, so hätte man sich einer anderen Wortwahl bedient. Beispielsweise: „Obama hat sich in Sicherheit gebracht“.

Folgende logische Frage ergibt sich aus dem soeben beschriebenen Fakten:

„Macht es Sinn, dass Janukowytsch Scharfschützen beauftragt, die dann jene Polizisten erschießen, die ihn selbst eigentlich beschützen sollten? Warum sollte er zu seinem eigenen Sturz beitragen?“

– Wie viel Sinn macht diese Variante, auch bezogen auf die weitere Analyse?

Weiter im Text:

„Es geht auf halb acht, als Janukowytsch den Raum in einem Haus mitten im Zentrum der russischen Hauptstadt betritt. Er trägt einen schwarzen, fein gestreiften Anzug, dazu einen blauen, gepunkteten Schlips. Er ist nicht so oft in Moskau, die meiste Zeit lebt er in Südrussland, bei Rostow am Don. Aber es ist der 21. Februar, der Jahrestag des blutigen Maidan, und Janukowytsch will in Erinnerung bringen, dass auch er noch ein Spieler im großen Poker um die Ukraine ist.“

Anmerkung:
Ich möchte hier die letzten beiden Sätze hervorheben und nicht näher auf die Beschreibung seiner Kleidung eingehen, weil diese bei neutraler Berichterstattung überflüssig wäre und hier ebenfalls zur Manipulation des Lesers beschrieben wird. Was will uns der Journalist eintrichtern wenn er „das blutige Massaker am Maidan“ im ersten Satz erwähnt und im Folgesatz schreibt, dass der gestürzte Präsident ein Spieler im großen „Poker“ um die Ukraine SEI. – Ja, der Journalist schreibt bewusst nicht im Konjunktiv, sondern unterstellt Janukowytsch eine Demonstration der vermeintlichen Verantwortung für einen Krieg – Als sei er der Drahtzieher.

In vielen Zeitungsartikeln kann man inzwischen ganz bewusst zwischen den Zeilen lesen und all jene Methoden der irreführenden Meinungsbildung erkennen, die in der Medienpsychologie möglich sind.

Subjektiv gesehen, auch wenn ich keine Ahnung von Medienpsychologie hätte, erhascht mich beim Wort „Poker“ jedoch ein sehr ungutes Gefühl. Immerhin sterben in der Ukraine täglich Menschen, weil ein eiskalter Krieg gegen die Bevölkerung geführt wird. Dass die Eliten dieses Verbrechen als ein Pokerspiel ansehen, muss uns bei dem Vorgehen des US-Imperiums zwar bewusst sein, zeigt jedoch ganz klar wie krank das System dahinter ist. Schade, dass der Verfasser durch die Anwendung dieses Wortes dieses krankhafte Vorgehen unterschwellig legitimiert.

„Es wird ein in vielerlei Hinsicht denkwürdiger Abend. Zuerst schiebt ein Gehilfe die Briefe an Trump, Merkel, Putin und Hollande über den Tisch, die an diesem Mittwoch in Washington, Berlin, Moskau und Paris übergeben werden sollen. Dann erklärt der Ex-Präsident, dass er jede, wirklich jede Frage zu beantworten gedenke, denn er sei zutiefst an der Aufklärung der blutigen Ereignisse von 2014 interessiert.“

Anmerkung:
1. „Gehilfe“ ließe sich durch Mitarbeiter, Botschafter, Vermittler etc. ersetzen und schon würde das Übergeben der Briefe positiver und vor allem professioneller klingen.
2. „Dann erklärt der Ex-Präsident …“ Moment mal! „Dann erklärt der gestürzte Präsident“ wäre doch wesentlich fairer und wahrheitsgetreuer …
3. … „dass er jede, wirklich jede Frage zu beantworten gedenke, denn er sei zutiefst an der Aufklärung der blutigen Ereignisse 2014 interessiert…“ – Ist doch super. So soll es sein. Mit feigem Verhalten hat das jedenfalls nichts zutun. Wozu also das Wort „abgetaucht“ im ersten Abschnitt des Artikels ?

„Doch bevor es dazu kommt, beginnt Janukowytsch einen langen Monolog. Er will noch einmal erklären, warum er im Herbst 2013 im litauischen Vilnius das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht unterschrieb und damit den Maidan-Aufstand auslöste. 30 Minuten braucht er dafür.“

Anmerkung:
Lange Monologe sind bei Politikern keine neue Erscheinung – wirklich nicht! Interessant ist jedoch auch festzustellen, ob Politiker sich in Dialogen zuhören und verstehen. Bei einem so hochkomplexen Thema, wie dem Assoziierungsabkommen und den damit verbundenen Hintergründen, sind 30 Minuten jedoch nicht als lang einzustufen – Für einen Politiker ist das Bestzeit.

„Er erzählt, dass der Westen kein ehrliches Spiel mit ihm getrieben hätte. Es sei von vornherein klar gewesen, dass Europa „unsere Waren gar nicht benötige“. Dass die Verhandlungen mit Brüssel aber den Nachbarn Russland beunruhigt hätten und dass Moskau bereits 2013 „aus Selbstschutz“ seine Wirtschaftsbeziehungen mit Kiew zurückgefahren habe.“

Anmerkung:
Wer sich zusätzlich mit dem Vorgehen der NATO-Osterweiterung auseinandersetzt und über die Tätigkeiten der CIA in der Ukraine bewusst ist, wird da schon hellhörig.
Die ersten Schritte der Analyse sind getan. Jetzt möchte ich euch gerne die Verantwortung für euer selbstständiges Denken komplett übergeben und euch bitten, den Rest des Artikels selbst zu überdenken.

Lest zwischen den Zeilen und seht euch vorab folgende Beiträge an:



Dann fragt euch selbst, was vor allem hinter dem letzten Textabschnitt des Artikels steckt.

„Man lernt: Im Drama um den Maidan ist er offenbar tatsächlich stets der Getriebene gewesen – gesteuert von seiner eigenen Umgebung und den fernen Freunden in Moskau. Er ist ein Mann, der Entscheidungen scheut. Es ist schließlich einer seiner Berater, der zum Auseinandergehen rät, weil die eigenen Leute endlich Feierabend haben wollen. „Die Ukraine ist ein wildes Land geworden“, sagt Janukowytsch und steht zögernd auf. Er hätte sonst bis zum Morgen erzählt.“

Es folgt die Anmerkung, die ich mir nicht verkneifen kann und die mir als Schreiber sehr am Herzen liegt:

Der letzte Satz „Er hätte sonst bis morgen erzählt…“ ist wirklich ein miserabler Abschluss für jeden Journalisten. Neutral geht anders und darüber ist sich der Verfasser sicherlich bewusst. Wenn unsere Journalisten zum Ausgleich auch in anderen Bereichen eine Meinung hätten und Ihre unterschwellige Kritik auch an den Westen richten würden, wäre alles in Ordnung.
Stattdessen wird dies tunlichst vermieden und eine Doppelmoral an den Tag gelegt, von der einem nicht nur schlecht werden könnte, sondern die auch akut gefährlich für den Frieden auf der eurasischen Platte ist.

Und selbst wenn Janukowytsch die komplette Nacht hindurch gesprochen hätte, so wäre dies in jeder Hinsicht besser gewesen, als der grausame Krieg in der Ukraine, der von der aktuellen Regierung immer weiter angetrieben wird !!!! Stattdessen wird SPRECHEN als lächerlich dargestellt und der Krieg an der eigenen Bevölkerung durch die aktuelle Administration in der Ukraine stillschweigend hingenommen.

Eines muss uns bewusst sein. Der Militärisch-Industrielle-Komplex verdient mit diesen Kriegen Unmengen Geld. Dieses Geld wird gegen UNS Menschen eingesetzt – im Krieg, aber auch in den Medien, die zur Spaltung der Menschen maßgeblich beitragen. Hierbei bereichert sich umgerechnet 1 % der Weltbevölkerung an dem Leid von 99% der Menschheit. Und wer meint, er wäre von diesem Leid nicht betroffen, der hat die Tragweite des globalen Systems einfach noch nicht verstanden!

Es ist nie zu spät um sich zu erheben und sich des eigenen Verstandes zu bedienen: Der Frieden ist für alle Menschen gleichermaßen überlebenswichtig. Darüber müssen wir uns unbedingt bewusst sein.

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