Die folgenden Zeilen stammen von einer guten Freundin, die über ihre Erfahrungen auf ihrer Facebookseite schreibt: Das erlebte ich ab der 8. (!!!!!) LEBENSWOCHE !!! Leider ein absolut mit allen katastrophalen Folgen gewollte Szenario seit Ewigkeiten. Weil gut und liebevoll behütete Kinder zu einem starken, liebevollen selbstständig denkenden Volk heranwachsen würden. DAS IST IHRE GRÖßTE ANGST!

Meine Krippe ist ein Traum(A) – Die Überdosis Cortisol

„Guten Morgen kleiner Freund“ flüstert Papa leise. Ich öffne die Augen…
Mein Name ist Theo. Ich bin 1 Jahr alt!
Es ist 6:00 Uhr. Immer wenn Papa mich um diese Uhrzeit weckt, schlafe ich noch tief und fest. Mein Gehirn sortiert im Schlaf noch die Eindrücke des vergangenen Tages, bildet neue Bereiche und entwickelt wichtige neuronale Strukturen. Dieser Vorgang ist sehr wichtig für mich und meine Entwicklung und sollte daher in den ersten zwei Lebensjahren so selten wie möglich unterbrochen werden.

Um 07:00 Uhr bringt mich Papa in die Krippe. Es ist laut, stickig, einige Kinder weinen und ich kann es meiner Erzieherin Anika ansehen, …es läuft mal wieder nicht rund. Sie ist alleine mit den Kindern und die Atmosphäre im Raum ist angespannt. Papa verabschiedet sich nur kurz von mir. Er hat ein schlechtes Gewissen und findet die Atmosphäre ebenfalls bedrückend. Ein Küsschen auf den Kopf und schon ist er weg. „Papa, warum nimmst du mich nicht mit? Lass mich hier nicht alleine!“

In meinem Körper beginnt ein leiser Widerstand. Ich spüre die aufkeimende Unsicherheit und dieses übermächtige Gefühl von Angst und Panik. In meinem Alter habe ich noch keine Verarbeitungsstrategie für solche Situationen! Solche Momente werden von meinem Gehirn als existenzielle Gefahr eingestuft und daher beginnt mein Gehirn mit der Produktion von Cortisol und Adrenalin. Leise beginne ich zu weinen und suche mit meinen Händen etwas zum Festhalten.

Anika nimmt mich auf den Arm. Ich kann ihr Herz spüren und bin froh um die körperliche Nähe. Doch plötzlich schreit Jonas laut auf während Nico meiner Freundin Marta in den Arm beißt. Familie Müller steht an der Gruppen Tür und möchte jetzt SOFORT ein klärendes Gespräch. Das Telefon klingelt und aus der Küche dringt ein besorgniserregender Geruch. Anika setzt mich auf den Boden und kümmert sich um Martas Wunde. Jonas schreit immer noch und Familie Müller ist empört. All diese Eindrücke, das Chaos und das bedrückende Gefühl der Hilflosigkeit.

Ich sitze alleine auf dem Boden. Dieser Ort wirkt übermächtig groß und ich suche nach Schutz. Es ist laut, von überall her dringen verwirrende Geräusche und unbekannte Gerüche. Mein Gehirn erkennt meine Notsituation und treibt die Produktion von Cortisol voran. Mit einem Jahr besitze ich noch nicht die Fähigkeit dieses Übermaß an Stress zu verarbeiten und daher aktiviert mein Körper nun den Überlebensinstinkt und überflutet meinen Körper mit Adrenalin!
Ich fange laut an zu weinen und versuche Anika entgegen zu krabbeln. Anika hat jedoch keine Zeit und die Praktikantin Lea weiß die Situation nicht wirklich einzuschätzen. Sie nimmt mich hoch und setzt mich in die Bücherecke zu Nico. Nico krabbelt auf mich zu und beißt mir in den Arm.

Mein Köper gerät in Panik und überschwemmt mich geradezu mit dem Stresshormon Cortisol (In Überproduktion schwächt Cortisol das Immunsystems, führt zu vermehrter Infektionsanfälligkeit, einer Beeinträchtigung des Gedächtnisses und der Emotionalität. Als Langzeitfolgen können emotionale Dysfunktionen, Depressionen, Angst, Essstörungen und Traumata auftreten.)
Ich bin hilflos, verängstigt und brauche jetzt sofort Schutz, Geborgenheit, Verbindung. Doch da ist Keiner! KEINER!

Ich weiß…, Anika gibt ihr Bestes und auch die anderen Erzieher/innen bemühen sich darum, uns Tag für Tag zu beschützen, zu trösten, zu bestärken, uns zu helfen und uns in unserer Entwicklung zu begleiten. Doch wie sollen so wenige, manchmal auch überforderte, alleingelassene oder auch nicht fundiert ausgebildete Erzieher/innen so vielen Kindern gleichzeitig Liebe, Geborgenheit, Schutz und Nähe schenken?

Alle sagen, dass Kinder das wichtigste auf der Welt sind und dass sie Rechte haben und um jeden Preis beschützt werden müssen, doch die Realität in den Krippen und Kitas ist eine Andere. Sie ist weniger romantisch, pädagogisch und entwicklungsgerecht, als wir uns eingestehen wollen. Welche Bedeutung haben die Kinderrechte, wenn kaum einer sie als unverhandelbare und kompromisslose Grundlage der Erziehung betrachtet?!

*#Kitahelden-Statement*
Die schlechten Rahmenbedingungen in Krippen und Kitas haben fatale Auswirkungen auf die Entwicklung unsere Kinder und die Gesundheit unserer Kita Fachkräfte. Auch wenn es vereinzelt Krippen/Kitas gibt, in denen es besser läuft als hier beschrieben, so ist doch der Großteil aller Krippen/Kitas in Deutschland von den verheerenden Auswirkungen der schlechten Rahmenbedingungen unmittelbar betroffen.
Wenn wir uns für Nachhaltigkeit, gesunde Ernährung oder Klima- und Tierschutz einsetzen können und jede Menge Zeit mit unseren Handys, Hobbys und Freunden verbringen, dann können wir uns auch für unsere Kinder und deren gesunde Entwicklung STARK machen, oder?!
…vor allem dann, wenn doch Kinder das WICHTIGSTE auf der Welt sind 😉

TIPP zum Thema:
Vom 11.01. – 15.01.2022 findet ihr auf dem #Kitahelden YouTube Kanal eine Talkshow zu diesem Thema statt und am 16.01.2022 gibt es dazu auf Facebook eine LIVE-Talk mit Andreas von den #Kitahelden.
In der Videobeschreibung der Talkshow findet ihr dann auch die Quellenangaben für die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesem Thema.

You might also like

Geschlechterideologie schadet Kindern
Read more
Grundrecht auf Frieden
Read more
Mutterkindbindung nicht lukrativ?
Read more
DER FALL ARTEMISA ANNUA: MALARIA-HEILPFLANZE VERBOTEN
Read more
Buchempfehlung: Mütter der neuen Zeit
Read more

0 comments

Leave a reply